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Fruit Picking in Pukenui

23.11.2013 07:30

Um fünf Uhr am Morgen klingelt der Wecker und reißt uns zurück in die Realität.

Nach neuseeländischer Manier schlafen wir trotzdem eine halbe Stunde weiter, bis das das Aufstehen unausweichlich ist.

Draußen sieht man die Hand vor Augen nicht, es ist einfach nur kalt und wir sind müde!

Sind das nicht wundervolle Bedingungen für einen erfolgreichen Arbeitstag?

Erstmal müssen wir aber hinkommen…

Gefrühstückt wird während der Fahrt. Fliehkräfte drücken das Müsli an den Rand unserer Mehrzweck-Alu-Dose.

Cornflakes fliegen durch das Auto und tragen dazu bei, dass das Auto immer mehr zu uns gehört…

„Breakfast Extreme Level 2“ oder anders gesagt:         Angewandte Physik für Fortgeschrittene

Wir kommen fünfzehn Minuten zu spät an, aber das ist nicht allzu wichtig, denn wir sind ja in Neuseeland.

Es geht sofort an die Arbeit!

Unmengen von grünen Avocados (die eigentlich noch überhaupt nicht reif sind) hängen an den Bäumen und wollen abgeschnitten werden und in die umgeschnallten Sammelbeutel verfrachtet werden, mit denen man so aussieht wie ein schwangeres Känguru und bei mehreren Kilo Gewicht sich auch so bewegt. Grün werden sie natürlich geerntet um den Transport in die ganze Welt zu überleben.

Wir schreiten zu fünft mit drei anderen (Überraschung!), deutschen Backpackern durch die Baumreihen und ernten Tasche um Tasche, Traktorladung um Traktorladung, bis wir irgendwann nur noch Avocados sehen und wahrscheinlich die ganze Nacht davon träumen werden…

Die Frühstückspause lässt jedoch alle Beschwerden vergessen!

Frisch gebackener Kuchen und Scones (warme Minibrötchen) lächeln uns an und scheinen uns zu sagen:
„Es war sowas von richtig, hier hoch zu fahren!“

Dazu ein Tee und wir gehen 100%ig motiviert zurück an die Ernte des grünen Goldes.

Irgendwann ist Schluss, nach ca. acht Stunden Arbeit!

Die Arbeit beinhaltet, dass wir in dem besagten Holiday Park die Nacht verbringen müssen.

So gibt es zum ersten Mal seit einigen Tagen wieder ein richtiges Gericht!!
Hühnergeschnetzeltes mit Sour Cream, karamellisierten Karotten und viel Reis… einfach nur großartig!!

Irgendwie sollten wir jedoch nur für den einen Tag arbeiten. Es besteht zwar die Möglichkeit, dass wir für die nächsten zwei Wochen Teilzeit arbeiten und ab dem 17. November für vier Wochen im Dauereinsatz sind, das kommt für uns aber nicht wirklich in Frage.

So brechen wir am nächsten Tag zu unserer Nordtour zum Cape auf, um pünktlich am Freitag fürs Probearbeiten wieder in Paihia zu sein.

Paihia - Teil 2

21.10.2013 17:28

Zurück an Land haben wir uns daran gemacht, unsere Lebensläufe erst einmal zu schreiben und aufzupimpen – schließlich will man ja einen guten Eindruck hinterlassen.

Unser Bestreben, unbedingt in dem Strandort zu bleiben endet damit, dass wir zwei Tage lang durch die Stadt ziehen und wirklich ALLE Cafés, Restaurants, Kneipen, Bars, Hotels und Motels abklappern und unsere wundervollen „CV“ abgeben.

Die Antwort ist eigentlich überall dieselbe: „Sorry, generell ja, aber im Moment nicht, weil wir noch einen Monat vor der Urlaubssaison sind. Ihr macht das aber auf jeden Fall richtig! Fragt einfach weiter, irgendjemand wird schon ja sagen…“

So lernen wir nach anstrengenden, niederschlagenden Stunden in der Sonne die Stadt ein wenig zu hassen. Ein Gutes hat es aber: Jetzt kennt man den Ort wie seine Westentasche.

Eine Pause brauchen wir trotzdem!


So fahren wir Richtung Norden, nach Kerikeri, das – wenn man zur richtigen Zeit da ist – mehr als genug Arbeit bietet, obwohl Backpackermassen jährlich dahinströmen.

Ihr ahnt es schon: Wir sind genau zur unrichtigsten Zeit überhaupt da… Es gibt zwar überall große Farmen und Plantagen, die Erntezeit liegt aber unglücklicherweise noch ein paar Monate weg…

Also müssen wir uns erstmal anderes orientieren. Wenn es jetzt noch nicht mit Arbeit klappt, dann reisen wir eben erst! Wann das Geld reinkommt, ist letztlich gleich.

Wie wäre es also mit einer abschließenden Northlandreise zum Cape Reinga?

Ernüchterung weicht Reisevorfreude!! Morgen geht unser Abenteuer weiter!

Dann eine SMS: Ein Restaurant in Paihia will uns beide kennen lernen und lädt zum Probearbeiten am Freitag ein – heute ist Dienstag.

„Gut“ sagen wir uns, „PERFEKT“!! Das passt ja perfekt in unsere Planung. In der Zwischenzeit fahren wir einfach zum Cape Reinga und haben diesen Bereich somit „abgehakt“ und fangen dann hoffentlich bald mit der Arbeit in Paihia an.

 

Plötzlich überschlagen sich aber die Ereignisse: Ein Anruf, um halb zehn(!): Eine Arbeitsvermittlerin in einem Holiday Park fragt an, ob wir morgen um 7:30 Uhr im äußersten Norden sein können, um für die Avocado-Ernte einzuspringen. Sie weiß nicht wie lange, wie viel Geld wir verdienen werden oder etwas dergleichen, wir hoffen aber dass wir ein paar Wochen durcharbeiten können… deshalb sagen wir natürlich JA!
 

Wie sie an unsere Nummer gekommen ist, bleibt uns beiden zunächst schleierhaft – ist uns aber auch egal!
Denn: WIR HABEN EINEN JOB!

Blöd ist nur, dass wir dafür gegen 5 Uhr morgens aufstehen müssen und in der Dunkelheit der Nacht ein paar Stunden über die sowohl vertikal als auch horizontal sehr abwechslungsreichen Straßen fast bis zur Spitze von Neuseeland fahren müssen. Dort wollen wir aber sowieso hin!

 

In der kurzen Nacht fällt uns auch wieder ein, warum ausgerechnet wir angerufen wurden.

In Dargaville hatten wir die Zeit damit totgeschlagen uns online bei allen interessanten Arbeitsangeboten zu bewerben. Weil wir uns jedoch keine großen Chancen ausgerechnet haben, ist das völlig in den Hintergrund gerückt.

Eine schöne Überraschung!

 

Waitangi

19.10.2013 21:00

Wichtig ist noch zu erwähnen, dass direkt neben Paihia das heute sehr kleine Örtchen Waitangi liegt. Trotz seiner aktuellen Größe ist  Waitangi in  der neuseeländischen Geschichte verankert wie kaum ein zweiter Ort in Neuseeland. Im Jahre 1840 wurde der Treaty of Waitangi unterzeichnet. Der Vertrag regelte das Leben der Maori und britischen Siedler, wie die beiden Parteien rechtlich zueinanderstehen und dass die Briten in Neuseeland siedeln dürfen bzw. Maori nach Großbritannien übersiedeln dürfen.

Das ganze Treaty Area umfasst mehrere Gebäude, zum einen das Treaty House selbst, in dem der Vertrag unterzeichnet wurde, dann das Maori Meeting House, dass zum 100. Jubiläum des Treatys fertiggestellt wurde. Das Haus ist komplett aus Kauri Holz gefertigt und vielen Maori typischen Symbole und Formen sind in dem Haus verarbeitet und präsentieren die Kultur auf einzigartige Weise. Außerdem befindet sich eine vergrößerte Form eines Kriegskanus auf dem Gelände, das 80 Maori benötigt, um es zu fahren. Die Länge des Schiffes ist dementsprechend beachtlich und das Boot imponiert extrem, vor allem im Vergleich zu dem normalgroßen Kanu direkt daneben. Einmal im Jahr wird dann das ebenfalls zur 100Jahrfeier gebaute Prachtschiff zu Wasser gelassen und zu den Feierlichkeiten der Vertragsunterzeichnung einmal vor der Küste entlanggefahren.

Neben den ganzen historisch wichtigen Gebäuden besticht das Areal einfach mit seiner natürlichen Schönheit, große Wiesen, Wälder, der Strand einfach einmalig.

Zum besseren Verständnis der Geschichte haben wir uns eine geführte Tour über die Treaty Grounds gebucht und unser Guide Ngatikawa, der gefühlt jeden Tag diese Touren betreibt, brachte uns dann die Geschichte und die Bedeutung der Stätte näher und erklärte uns einiges über die Maori-Stämme und ihre Oberhäupter.

Absolutes Highland unseres Besuches war die Cultural Performance im Meeting House, bei der Maori klassische Lieder, Gesänge und vor allem den haki (Kriegstanz) vorführten, der uns alle schwer beeindruckt hat.

Da Nico als Oberhaupt des Besucher-Clans gewählt wurde, durfte er das Geschenk der Maoris annehmen und einen klassischen hongi (Nasenkuss) mit dem Maori-Oberhaupt zelebrieren, wonach wir alle eine wundervolle Darbietung der Maori-Krieger erlebten. Es war einfach ein wundervolles Erlebnis.

Haruru Falls

19.10.2013 20:43

Ebenfalls wenige Kilometer von Paihia liegen die Haruru Falls. Die recht breitet Wasserfälle haben uns dazu eingeladen, nach einer langen Nacht einmal den Morgen  zu genießen und beim Anblick der herabstürzenden Wassermassen die Zeit zu vergessen und einen derart wundervollen Moment zu genießen. Außerdem konnte man bis an den äußersten Rand des Wasserfalls gehen und dem Wasser bei seinem senkrechten Fall zugucken.

THE ROCK

19.10.2013 17:23

Paihia, der Ort, aus dem Träume gemacht sind, der Ort in dem wir erst einmal bleiben wollen. Das haben wir einstimmig entschieden, als wir von Opua aus die Nachbarstadt zum ersten Mal erkundet haben.

Sommer, Sonne, Strand und mehr.

Also machen wir uns frisch geduscht und fleißig auf Jobsuche.

Bei einem Besuch der Waterfront-Toilette kommt mir (Nico) die Idee, am Pier einfach drauf los zu fragen. Dies sollte sich als großartig herausstellen, da ich so auf einen großen, schlanken Mann um die 35 gestoßen bin, der den Namen Jonny trägt.

Jonny, Kapitän des Mini-Kreuzfahrtschiffes 'The Rock', das hier eine Art lokale Berühmtheit ist. Natürlich wussten wir das zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Deshalb waren wir auch überwältigt, als er - auf die Frage nach Arbeit hin - uns einlädt, morgen einfach mit auf das Schiff zu kommen und dort ein paar Aufgaben zu übernehmen.

 

Auf den niedlichen Luxusliner der Marke Einbau passen maximal 38 Personen plus Crew! 

Während unseres Trips, waren aber nur 13 Gäste auf der umgebauten Autofähre!

Und trotzdem (oder gerade deswegen?) war die Stimmung an Bord super.

Unsere Aufgabe bestand darin, das Geschirr zu spülen, alles Mögliche an Bord sauber zu machen/ halten oder auch Essen vorzubereiten - vor allem aber: zu lächeln und mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.

Viel Spaß und viel Englisch-Training!

Im Gegenzug waren wir bei allen Aktivitäten vorne mit dabei. Paintballing, Fischen, Midnight Kayaking bei Vollmond oder auch nach Muscheln tauchen, das alles war zusammen mit dem Essen dabei! Unglaublich beeindruckend  war auch der Landgang auf eine kleine Insel,  ganz in der Nähe von dem Ort, an dem James Cook vor mehreren hundert Jahren Land gesehen hat – neuseeländisches Land!
Umgeben von hunderten Landmassen unterschiedlichster Große, fühlt man sich echt klein. Aufgrund deren Schönheit aber wie im Paradies. Jetzt wissen wir, warum die Gegend hier 'Bay of Islands' heißt.


24 Stunden lang durften wir uns Teil der Crew nennen!

Einfach eine tolle Erfahrung!!

Leider bleibt es bei der einen 'Adventure-Kreuzfahrt', weil sich „The Rock“ schon genug fest engagierte Glückspilze geangelt hat,  oder eher andersrum??

Dennoch sind wir sehr dankbar für die Zeit an Bord!

Danke Jonny, Rowan, Melissa und Richard!

Wwoofing bei Steve

19.10.2013 17:04

 

Warum haben wir das denn überhaupt gemacht? Also, warum sind wir jetzt Richtung Osten gefahren, wäre es nicht sinnvoller gewesen Richtung Cape Reinga in den Norden zu fahren? Das wäre es, das stimmt! Allerdings haben wir „damals“ (vor ein paar Tagen) in Dargaville einen ersten Erfolg gelandet. Denn Steve, der online für Wwoofers geworben hat, bietet uns für unsere Arbeit Unterkunft und wir können auch noch ein wenig extra arbeiten und ein wenig Geld dazu verdienen. So zumindest der Plan!

Wohnen tut er südlich von der Hafenstadt Opua, deshalb der Ostschlenker.

 

Am Morgen nach Moerewa fahren wir also Richtung Opua, aber nicht ohne einen Stopp in Kawakawa einzulegen. Hier hat nämliche eine in Deutschland sehr bekannte Person, der Künstler Friedensreich Hundertwasser, die letzten dreißig Jahre seines Lebens in einer Hütte ohne Elektrizität verbracht. Dem Ort hat er, und das gilt hier eigentlich als Hauptattraktion, wunndervolle öffentliche Toiletten gestaltet – die wahrscheinlich schönsten in ganz Neuseeland! Deshalb haben wir natürlich genau hier, für unsere morgentliche Kosmetikpause angehalten und uns frisch gemacht.

Außerdem haben wir, da wir uns erst um 13 Uhr mit Steve treffen vorgenommen die Waiomio Caves zu besichtigen. Achtung: Bitte nicht mit den berühmten Waitomo Caves verwechseln.

Die Caves sind im Prinzip nichts anderes als riesige Spalten im Erdboden, in denen Glühwürmchen leben.

Glühwürmchen gibt es übrigens nur in Australien und Neuseeland, somit wollten wir uns die Höhlensysteme in Privatbesitz nicht entgehen lassen!

Unser Guide ist zwar erst 12 oder 13, kann aber alle Fragen beantworten und ist voll auf der Höhe, was die Caves betrifft.

Bewertend können wir einfach nur sagen: Amazing, awesome und alle positiven Adjektive, die es gibt, leider mit der Ausnahme, dass man es leider nicht schafft die grün-blau leuchtenden Gestalten zu fotografieren… man muss sie einfach erleben!

 

Anschließend fahren wir dann endlich nach Opua, allerdings auf einer Route mitten durch den Opua Forest, die sehr viel Spaß gemacht hat zu durchkurven!

In Opua können wir dann den wunderbaren Hafen bewundern, das war es dann aber auch schon, denn viel mehr als den Hafen und die Autofähre zur ehemaligen Hauptstadt Russel gibt es leider auch nicht zu bewundern.

So suchen wir uns einen schönen Aussichtspunkt und machen uns bei schönstem Sonnenschein unser dosiges Lieblingsmittagessen.

 

Das Treffen mit Steve klappt dann sehr gut. Er existiert und hat tatsächlich Arbeit Wwoofing-Arbeit für uns, das ist doch schonmal was!
Sein Haus ist nur ein wenig schwer zu finden, weil es sich auf einer Bergspitze befindet, um die ein großer Steinbruch Löcher ins Terrain gerissen hat.

Es war also schon ein wahrliches Erlebnis, erstmal überhaupt hochzukommen…

Der Schotterweg zu seinem Haus treibt unseren frontangetriebenen Van an seine Grenzen, im zweiten Anlauf kommen wir den steilen Driveway dann doch hoch. Puhhh…

Von oben ist der Ausblick auf die Umgebung und bis zum Wasser nicht in Worte zu fassen.

In seinem improvisiert aussehenden Haus, das eher wie eine Mischung aus Abstellkammer und Privatschrottplatz wirkt, scheint er jede Menge Wwoofer aufzunehmen…

So sind bei unserem Eintreffen noch eine Handvoll Leute da, die nach einem kleinen Rundgang auf dem Gelände einfach nicht mehr aufzufinden waren.

Wo sie hin sind konnte keiner beantworten. Es schien aber auch keinen zu interessieren. Frei nach der Devise: „Schwund gibt es immer!“

 

Gary, Raiwan und Steve sind also letztlich noch übrig… und natürlich Jacqueline!

Meine Güte, die konnte einem auf den Keks gehen…das sagen wir, ohne es böse zu meinen, es war einfach so!

Sie ist auch Backpackerin aus Deutschland (was ein Zufall), eigentlich ganz nett, aber labert einem echt nen Knopf an die Backe und zwar mit Dingen, die einen nun wirklich nicht interessieren.

Von Problemen mit ihrem Mobilfunkanbieter über wie sehr sie doch Nutella mag bis hin zu Sätzen wie „Und dann hat meine Freundin Lilly – aber die kennt ihr ja nicht – aber sie ist wirklich meine beste Freundin, nur zieht sie sich komisch an – das war witzig!“ hätte man sich auch vor eine Wand stellen können und genauso viele Informationen bekommen.

 

Gary ist gebürtiger Ire, wurde aber in England geboren und kam vor Jahren nach Neuseeland und zwar mit „nothing“ wie er uns mit seinem irischen Akzent immer wieder erzählen wollte, circa fünf Mal am ersten Abend…

Mittlerweile kauft er aber eine Yacht via Ratenzahlung  und arbeitet seit 3 Monaten bei Steve, beschäftigt als seine rechte Hand bzw. Sklaventreiber, wie wir am Morgen zu spüren bekommen haben…

 

Raiwan ist Maori vom Waikato-Stamm, hat aber leider keine Frontzähne mehr, macht dafür aber tollen Tee, der war echt gut.

Sie ist eigentlich sehr sehr nett, wirkt aber eher ruppig und ein wenig verwahrlost…

 

Am ersten Tag wird aber erstmal nicht gearbeitet! Warum auch, dafür wird erstmal das Leben genossen und sich ein wenig mit allen unterhalten. Steve hatte eine Tauchschule und unglaubliche Fotos von Angelerfolgen und Ausflügen in wunderschöne Unterwasserwelten im Schrank stehen. Mittlerweile hat er aber das Steinbruchgrundstück gekauft und will sich nach und nach eine Farm aufbauen, mit frischem Gemüse, Obst und Tieren. Irgendwann einmal…

 

Zum Abendessen soll es selbstgefangenen „Snapper“ geben, wie das Monster im Kühlschrank von Einheimischen auch genannt wird. Zunächst wird aber erstmal gesoffen. Gary trinkt New Zealand Lager Beer, also das billigste Gesöffs was es gibt, und davon 12 Dosen…VOR dem Abendessen. Raiwan bleibt bei Bourbon mit Cola und Steve trinkt alles gemischt.

Das ist schon ne lustige Bande, an die wir hier geraten sind…

 

Vor dem Essen fahren wir dann noch zur English Bay, die an sich zwar nicht „gorgeous“ ist, der Ausblick auf die Bay of Islands ist es dafür umso mehr. Nico macht mit Gary einen Ausflug auf seine Yacht und Robert hat an Land ein tolles Gespräch mit Steve.

Achja: Raiwan und Gary und waren für zehn Jahre verheiratet, deswegen gibt es gelegentlich mal… nennen wir es „Differenzen“…

 

Zurück am Haus wird das Essen vorbereitet, geräucherter Snapper (Fisch) und geräucherte Miesmuscheln, einfach genial! Dazu ein Rohfischsalat und Brot.
Ein einmaliges Festmahl auf 5-Sterne-Niveau!

Leider gab es das Essen erst um 23 Uhr, was uns ein wenig fertig gemacht hat, weil wir fast zwölf Stunden vorher nur einen Baked Beans Snack hatten.

Dafür hat sich das Warten aber mehr als gelohnt!

Nach einem Bier für uns geht es dann schlafen, Robert im Caravan und Nico im Haus.

Erster Abend: Daumen hoch!

 

 

Der nächste Tag beginnt, für uns relativ spät, denn wir sind es einfach nicht mehr gewohnt so lange aufzubleiben, genauso wie Bier zu trinken.

 

Gary macht uns deswegen die Hölle heißt - nüchtern ist der Ire echt nicht zu ertragen. Nach dem Frühstück müssen wir dann ein Loch für einen Wassertank ausheben; Gary steht daneben und lehrt uns Maori-Sprache, wir sollen schließlich lernen gleichzeitig zu arbeiten und zu reden. Anschließend muss noch eine stachelige Hecke gerodet werden – diese Arbeit geht unter die Haut…wortwörtlich…

Als auch das erledigt ist, haben wir um 13 Uhr Feierabend. Unser Plan ist erstmal in die wundervolle Urlaubsstadt Paihia zu fahren und ein wenig den Ort auszukundschaften und uns ins WLAN der Bibliothek reinzuhacken. Weiterhin wollen wir gerne nach Arbeit suchen, aber nicht so ungeduscht wie wir sind. Das Schwefelwasser der heißen Quellen tut immer noch sein Wunderwerk an unserer Haut!

Aber man kann ja mal arbeitstechnisch vorsondieren!

Der Tag wurde sogar ein voller Erfolg, aber dazu im nächsten Artikel mehr!!

 

Zurück bei Steve darf man unseren Genossen wieder beim heiteren Alkoholkonsum zuschauen, na hurra. Seit heute ist auch Lukas dabei - am Namen kann man unschwer erkennen: auch er ist deutsch!

 

Zum Abendessen gibt es dann einen Eintopf aus knochigen Fleischstücken, halbierten Karotten und faustgroßen Salatköpfen, alles irgendwie nicht ganz liebevoll zerkleinert und in einem aufgeschnittenen Bierfass zubereitet.

Dagegen ist Do-it-yourself-Ikea gar nichts!

 

Der Geschmack war aber ganz in Ordnung. Außerdem haben wir dann zum Abend ein wirklich interessantes Gespräch mit Steve über Maori- Kulturen und das Leben zusammen mit den Pakeha (nicht-maorischen Menschen).

 

Trotz der tollen Abende steht für uns aber fest: wir verlassen Steve so schnell wie möglich! Die Arbeit macht einfach keinen Spaß, vor allem mit Gary und außerdem bekommen wir für drei Arbeitsstunden nur Unterkunft und kein fließendes (nicht mal kaltes) Wasser. Für das Essen berechnet er uns dann wöchentlich $50. Der Deal gefällt uns nicht und so wollen wir sobald wie möglich nach Paihia weiterfahren.

 

Am nächsten Morgen wird dann noch mal fleißig gearbeitet, die Erde muss aufgebrochen werden und Gary ist dabei wieder top gelaunt. Von der Zauberformel „Weniger Alkohol = weniger Kater“ hat er anscheinend auch noch nichts gehört… Außerdem sollen wir dann noch beim mulchen helfen, was eigentlich ganz in Ordnung ist und die Arbeit ist schnell erledigt.

 

Nach einem kreativen Lunch (dem Essen vom Vorabend) geht es dann auf nach Paihia, aber nicht ohne mit Steve über seine Konditionen zu diskutieren; er windet sich aber gut aus allem heraus. Letztlich lassen wir ihm $24 da und verduften nach Paihia… Freiheit!
Jetzt nur nicht die Klippe vor dem Steinbruch runterfahren…

Opononi und Ngawha Springs

16.10.2013 20:53

Am nächsten Morgen machen wir uns ausgeschlafen auf zur öffentlichen Toilette, die ein fröhlich pfeifender Maori gerade für den ungewöhnlich hohen Besucherandrang – uns – freigibt.

 

Der Tag beginnt dann damit ins iSite zu fahren und uns intensiv beraten zu lassen, was man denn an diesem Tag in der Umgebung alles machen könnte.

iSites sind super! Sie sind in nahezu jeder großen oder von Tourismus geprägten Stadt zu finden und bieten eine großartige Auskunft über die aktuellen Highlights in Reichweite.

Die freundliche Dame berät uns extrem gut und empfiehlt uns einmal zum South Head zu fahren (das ist der westlichste Punkt des Hokianga Harbours) wo man einen wundervollen Ausblick haben soll, und so war es auch tatsächlich!

 

Ein Geheimtipp der Dame war das Handwerk des „Bone Carvings“, also des „Knochen-Schnitzens“ zu bewundern. James Taranaki, ein unglaublich netter Halbmaori zeigt uns seine Kollektion an Halsketten mit traditionellen Motiven.
Für $60 besteht sogar die Möglichkeit, sich einen Tag lang selbst daran zu versuchen und am Ende ein individuelles, selbst designtes Stück Neuseeland mitzunehmen.

Es bleibt jedoch erstmal beim Gucken und Anfassen, auch wenn wir durchaus beeindruckt sind!

 

Weiter geht es dann zum „Opo-Museum“, in dem man den 10 minütigen Film über den Delfin Opo sehen kann, der in den 50er Jahren jeden Tag bis an den Strand geschwommen kam, um mit den Menschen zu spielen.

Das erste wilde Tier weltweit, das so freundlich-intensiven Kontakt mit Menschen hatte!


 

Außerdem gibt es im „Dolphins Takaway“ Garlic („Knoblauch“) Chips, mal wieder kombiniert mit Fisch. Sprich Fish `n Chips!

Neben dem leckeren, „etwas“ fettigen  Essen bescherte uns der Besuch also auch noch Mundgeruch für die nächsten paar Tage… Naja, noch arbeiten wir ja nicht, deshalb kann uns auch keiner feuern…

 

Am Wegesrand gelegen weist ein kleines Schild auf den Walkway zu einem kleinen entlegenen Wasserfall hin. Da sind wir natürlich dabei und werden von einem wundervoll idyllischen Naturschauspiel umgehauen. Mitten in der Pampa gelegen, ohne einen Hauch von touristischer Übersättigung muss man sich wirklich bemühen, an die schönste Stelle direkt vor den prasselnden Wassermassen zu gelangen.

Das ist Natur pur! Ein verdammt guter Ort um abzuschalten, die Augen zu schließen und sich zu entspannen...

Mittlerweile ist es 14 Uhr auf unseren nicht vorhandenen Armbanduhren, deshalb geht es weiter zu den „Ngawha Springs“, den wundervollen Thermalquellen im Norden Neuseelands. Für nur $2 kommen wir rein, bzw. Robert für $3, warum wusste keiner so genau...

Die Quellen sind aber einfach nur der Hammer.

„Made my day“ würde der Engländer sagen! „Sweet As“ der Neuseeländer!

Bei unterschiedlichen Wassertemperaturen und Mineralgehalten konnten wir einfach wunderbar entspannen, deshalb sind wir da auch knappe drei Stunden geblieben und von Becken zu Becken gesprungen.

Zwischendurch kam sogar die Sonne raus.

Abschließend gab es eine (Nico meint) „erfrischende“ Haarwäsche, natürlich eiskalt, Robert ist dabei das Gehirn eingefroren… Insgesamt hat sich dieser Abstecher aber total gelohnt!

Frisch, fröhlich und motiviert machen wir uns weiter, auf der Suche nach Obdach…

 

Die Nacht verbringen wir dann in einer abgelegenen Seitenstraße des Ortes Moerewa, perfekt gelegen neben einer Holzverarbeitungsanlage und einer Schule.

Also heißt es: Früh aufstehen, sonst müssen wir wieder die Schulbank drücken…

Nein, natürlich nicht! Unser Nachtlager ist wirklich gemütlich und wir sind mehr als zufrieden! Gute Nacht!

Omapere

15.10.2013 20:40

Woahh :oo                  

Das ist unser erster Gedanke als wir von Süden, also direkt nach dem Besuch des Waipoua Forests nach Omapere am südlichen Teil de Hokianga Harbour gelangen. Dicht gefolgt von einem: „Nico, fahr links ran“.

Der Ausblick ist einfach magisch, man guckt über den Eingang des Hokianga Harbours hinweg bzw. bis auf eine Sanddüne auf der gegenüberliegenden Seite, aber guckt euch einfach das Bild an:

Bei dem Ausblick und in Gesellschaft zweier wilder Hähne verzehren wir dann unser heißersehntes Abendessen, wer denkt zu wissen, was es ist? Genau, mal wieder Dosennahrung serviert von Heinz Watties.

Das Wetter wechselt im Sekundentakt von Sonne zu Regen und wieder zu Sonne. Das ist neuseeländisches Wetter!

 

Der Abend ist dann auch schon nahe und wir machen uns auf die Suche nach einer Unterkunft für die Nacht. Glücklicherweise finden wir am Wegesrand ein Zeichen, dass recht eindeutig darauf hinweist, dass hier Wohnmobile parken dürfen, ein Wohnmobil mit einem Pfeil nach unten – unsere erste Begegnung mit einer Dumping Station.

Interessanterweise wurde ein weiteres Schild nur wenige Zentimeter von dem ersten aufgestellt; dieses jedoch verbietet ausdrücklich das Campen an Ort und Stelle…

Wir entscheiden uns dafür, nur das erste Schild gesehen zu haben und machen uns daran, die Umgebung zu erkunden.

 

Das direkt am Wasser gelegene Örtchen, hat einen tollen Strandzugang und wir genießen einen wundervollen Sonnenuntergang an der stürmischen See. Einfach magisch.

 

Zurück am silbernen Toyota Emina beginnt die zweite Nacht in Folge „on the road“.

 

 

Waipua Forest

15.10.2013 16:34

Nach der Nacht am Bailys Beach geht es dann weiter Richtung Norden - der Waipoua Forest ruft!
Der Waipoua Forest ist DER Wald in Neuseeland, er beheimatet die nur für Neuseeland typischen Kauri- Bäume!
Sie sind die größten Bäume in der südlichen Hemisphäre und bedeckten vor der Ankunft der englischen Siedler einen Großteil der Landmasse Neuseelands.
Durch ihr unglaublich schön gemasertes Holz und die vielfältigen Möglichkeiten der Verarbeitung wurden sie jedoch im 19. und 20. Jahrhundert massenweise abgeholzt und exportiert.
Jetzt sind die Baumriesen nur noch vereinzelt in wenigen Wäldern des Nordens zu finden und stehen unter strengem Schutz durch das Department of Conservation.


Sie erinnern stark an eine Mischung aus Kiefer, Fichte und Platanen.
Sie haben extrem kräftige Stämme, die Krone liegt sehr weit oben, wodurch von der Wurzel aufwärts eine Weile lang einfach nichts kommt.
Die lebenden Bäume sind bis zu 2000 Jahre alt; Existieren tut die Gattung der neuseeländischen Kauri-Bäume allerdings schon seit mehr als 20 Millionen Jahren, was sie umso eindrucksvoller macht.

Auf unserer Reise durch den Waipoua Forest schauen wir zunächst an einem Aussichtspunkt vorbei, der allerdings recht unspektakär ist. Man sieht einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht...

Weiter geht es also zum Vater des Waldes („Te Matua Ngahere“), wie der Kauri Baum mit dem größten Stammumfang auch von Maori genannt wird. Der Umfang beträgt ganze 16m und man bekommt wirklich den Eindruck, als würde einem eine Audienz zuteil.



Auf unserem Weg treffen wir außerdem die "Four Sisters". Ursprünglich vier einzelne Kauri-Bäume, sind sie mittlerweile an der Wurzel zusammengewachsen und bilden dort eine Einheit.
Einfach unfassbar!

Die letzte Station auf unserer Route Richtung Norden ist dann der "Tane Mahuta", der Gott des Waldes. Der größte aller Kauri-Bäume liegt laut Schild nur zwei Gehminuten (hin und zurück) von der Straße entfernt. Eigentlich kann man nur sagen, dass er einfach enorm groß ist, den Rest kann man einfach nicht in Worte fassen. Auf ein Foto passt er deshalb schonmal gar nicht!
Egal, wie sehr wir uns zum Fotografieren auch verrenkt haben, es ging nicht...
Kauri- Bäume kann man einfach nicht beschreiben, man muss sie erleben!
Wie die ganze Pflanzenwelt hier sehen sie sehr tropisch und dschungelartig aus - fast wie die Megabäume aus  "Avatar", weil sie genauso wie im Film einfach alles überragen!

Dargaville und Baylys Beach

14.10.2013 18:26

Nachdem wir das  behütete Leben mit bestem Essen in Paparoa hinter uns gelassen hatten, ging es ohne festes Ziel zurück auf die Straßen am anderen Ende der Welt.
Heading North ist und bleibt unsere Devise - und so steuern wir unseren silbernen Toyota vorbei an endlosem Farmland, das teilweise bis auf die Straße wuchert.
...Straße...naja... Der "Motorway 12" ist zusammengeschrumpft auf Aussehen und Verlauf einer Dorfstraße;
Schafe, Kühe und Pferde werden zu unseren besten (und einzigen) Weggefährten.
Nach einiger Zeit beginnen wir, einfach am Wegesrand und an Farmen anzuhalten und nach Arbeit zu fragen. Was in Deutschland ziemlich verzweifelt aussieht, ist hier am anderen Ende der Welt die Strategie zum Erfolg.
Nur braucht der Erfolg bei uns ein bisschen länger...
Auch in einer der größeren Nordstädte Dargaville regnet es nur freundliche Dankesworte und Verweise auf den Nachbarn.
Ungetrübt fahren wir jedoch weiter und genießen die Landschaft bei schönster Musik, die wir via Ipod nach Neuseeland importiert haben.
Wirklich Radioempfang gibt es schon lange nicht mehr!
Bei sommerlich warmen Temperaturen in der Abendsonne taucht das Feriennest Baylys Beach vor der Motorhaube auf.
In der Imbissbude mit Ausblick auf das Stadtchen springen Kumara-Chips auf unsere Teller.
Die aus dem Stolz des Nordens - der Kumara (Süßkartoffel) - gemachten Pommes sind very very tasty und auch ohne Soße ein wahrer Genuss.


Der für Baylys Beach namensgebende Strandbereich, ist einfach nur großartig! Alles überragende Klippen im Landesinnere stehen in krassem Kontrast zu den unendlichen weiten der Tasmanischen See.


Den ersten Abend lassen wir am Straßenrand bei Bier und typisch neuseelandischer Küche aus der Dose ausklingen. Watties Baked Beans - mal wieder Highlight des Tages!

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